BÜRO WELTAUSSTELLUNG

HANS SCHABUS „Bergfahrt für Talfahrt“
14.9.–15.10.2017, Eröffnung: 13.9.2017

INSTALLATION BÜRO WELTAUSSTELLUNG
Zentrales Element der Ausstellung „Bergfahrt für Talfahrt“ wird die Arbeit „Imperator“ sein, eine über fünf Meter große rekonstruierte Leuchtschrift des größten je gebauten Flugkarussells, welches bis 2004 im Wiener Prater aufgestellt war. Hierfür wird der Künstler die Räumlichkeiten des Büros Weltausstellung komplett neu adaptieren und das Objekt im Hauptraum aufbauen und so einen erweiterten Kontext schaffen. Vielfache Verbindungen sind lesbar, der Verweis auf imperalistische Feldherren, politische und gesellschaftliche Anspielungen, Hierarchien, Aufstieg, Fall und Bruch.


HANS SCHABUS
Hans Schabus wurde 1970 in Watschig / Österreich geboren und lebt in Wien. Von 1991 bis 1996 studierte er Bildhauerei bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 2012 unterrichtet er an der Universität für angewandte Kunst, wo er seit 2014 die neue Abteilung für Skulptur und Raum leitet. Hans Schabus zeigt seine Arbeiten seit 1992 im nationalen wie internationalen Kontext.

 

 

Liebe Susi,
Lieber Stefan,

17.Juli 2017

 

Jetzt lese ich gerade auf eurer Webseite das Eingangsstatement und da steht auch, dass sich in den Ausstellungsräumen tatsächlich Büros zur Konzeption der Weltausstellung 1873 befunden haben. Das finde ich sehr passend. Und ich lese da auch andere schöne Sachen wie von der Behandlung der Idee des Archivs und dem Versuch der gegenwärtigen Einbettung, von gesellschaftspolitischen Themen, die auch bearbeitet werden wollen, bis hin zur Verschmelzung verschiedener Formate. 

„Bergfahrt für Talfahrt“ wird unsere Ausstellung heißen und irgendwie scheint mir das auch ein interessantes Thema für ein Weltbüro. Das schreit schon förmlich nach einem „Imperator“. Ein solcher stand ja bis 2004 im Wurstelprater. Also, einen Steinwurf von euch entfernt. Es war das bis dato welt(wieder Welt!)größte Flugkarussell. Den Schriftzug, der vor der Drehachse montiert war, habe ich letztes Jahr nachgebaut, um ihn für ein Ausstellungsprojekt des Unikum Klagenfurt am Dreiländereck auf ein (Welt)Lifthäuschen zu montieren. Gleichermaßen als ein Sinnbild für den Aufstieg und Abstieg, den Raumgewinn und den Raumverlust.

Der politische Imperator (da gibt es gerade wieder ein aufgeregtes Gerangel) ist ein Stück weit auch eine lächerliche Figur, vielleicht weil seine Rolle im Gegensatz zum Karussell so sehr dem Ernst geschuldet ist? Ist er denn viel lächerlicher als wir selbst es wären, wenn man uns ließe? Misst sich das Ausmaß der Lächerlichkeit auch an der Anzahl der potenziell Lachenden? Alleine kann man doch nicht lächerlich sein? Oder? Aber manchmal bleibt einem das Lachen im Halse stecken, wie damals am Imperator, festgezurrt mit der Drehachse in luftigen Höhen und in den Tiefen tief.

Jedenfalls wird es in unserer Weltausstellung noch ein paar andere Sachen geben. Neben Teerpappe auch einige Leitern wegen des Fort- und Vorankommens und zwei Erdstammabschnitte für die Verwurzelungen, als Fundament gewissermaßen.

Das Ikarus-Motiv kommt noch mit rein, weil es so gut zur Berg- und Talfahrt und zu dem grundlegenden skulpturalen Thema des Abformens, Ausschmelzens und Transformierens passt. 

Einen schönen Sommer derweil.
Hans

 

 

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